Beschreibung
Christoph Geiser
Bessere Zeiten (Band 11)
ISBN: 9783966391382
Secession Verlag Berlin
Erscheinungstermin : 4. Mai 2026
Auflage : 1.
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 1200 Seiten
13.7 x 8.7 x 20.8 cm
Herstelleradresse
Secession Berlin
Pannierstr. 13|12047|Berlin|DE
E-Mail: info@secession-verlag.com
Neue Ware, Mängelexemplar, Zustand: gut
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(wie leichte Kratzer) als Mängelexemplar gekennzeichnet.
Text vom Verlag
Der Roman ist das Gefängnis der Wünsche. Die Erzählungen sind die Befreiung daraus. Bessere Zeiten – die Hoffnung stirbt zuerst, damit sie nicht im Weg liegt wie eine Falle. Nicht einmal die schlimmstmögliche Wendung ist die Lösung.
Ich bin jetzt sechsundsiebzig Jahre alt, Bessere Zeiten (die erste hier abgedruckte Erzählung) habe ich mit neunzehn geschrieben. Achtundfünfzig Jahre literarisches Leben. Kein erschriebener Himmel. Auch keine Höllen-, nicht einmal eine Wüstenfahrt. Leben – literarisch schreibend begleitet. Manche Geschichten habe ich vollkommen vergessen, in einem Fall zweifelte ich daran, dass der Text von mir ist (weil ich seinen Anlass nicht mehr wiederfand). Recherchen im Literaturarchiv haben es aber bestätigt. Diese Geschichten bin ich. Oft ist mir die Begebenheit hinter der Geschichte erst beim Lesen der Erzählung wieder eingefallen. Der Auslöser, das rohe Material, der Stein des Anstosses; auch die Person, der Andere, die Andere; der steinerne Gast, die Irrgästin, das Quickie. »Lange vor Abend kehrt bei dir ein, der den Gruss getauscht mit dem Dunkel ... Lange vor Tag wacht er auf ... und facht einen Schlaf an ... durchklungen von Schritten ... du hörst ihn die Fernen durchmessen ... und wirfst deine Seele dorthin.«
Ja, Zitate natürlich, erst literarisches Lesen gebiert literarisches Leben. Obsessionen! Literarische Obsessionen, sexuelle Obsessionen. Besessenheit kann man nicht in den Plural setzen. Aber ich bin doch so viele ... ein eigentümliches Wir. Nirgends bin ich mir fremd.
Erzählungen sind viel lebendiger als der Roman. Man taucht nicht weg in eine womöglich frem- de oder fremd gewordene Welt, Erinnerung ordnend, rückblickend in eine Vergangenheit, als womöglich raunender Beschwörer des Imperfekts, nein, man schaut sich rasch um im Gehen, entdeckt etwas, eine Begebenheit, und verharrt einen Augenblick von starker Intensität. Er- zählungen sind auch Kabinettstücke der Artistik. Manchmal dann sogar über Jahre liegenge- lassen, wieder aufgenommen, verworfen, vollendet. Keine schnellen Notate, kein Tagebuch.
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